Die Geschichte von den freigiebigen Blues

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Es begab sich aber zu der Zeit, dass der Müller Bürgermeister war in der großen Stadt im Nordosten, wo im Winter das Wetter so schlimm war, wie der Geschmack des lokalen Bieres oder der Öffentliche Personennahverkehr im Allgemeinen, da war tief im Westen der Stadt eine Eishockeymannschaft beheimatet, die sich die Berlin Blues nannten. Es waren lauter tapfere und unerschrockene Kämpen und Kämpinnen schnell auf ihren Schlittschuhen, flink mit dem Stick, furchtlos im Zweikampf und beseelt von schier unbändigem Kampfeswillen. So groß waren ihre Fertigkeiten im Spiel und ihr Mut, dass sie mit einer U13 antraten, in der über die Hälfte eigentlich U11-Spieler waren. Totzdem gelang es ihnen immer wieder, ihren älteren und körperlich überlegenen Gegnern das Leben schwer zu machen und auch manch Erfolg zu erzielen.

Aber ach! Bei aller Unerschrockenheit und allem Geschick, es fehlte ihnen an Weisheit zu erkennen, dass Eishockey nur im Zusammenspiel der gesamten Mannschaft funktioniert. Auch waren sie oft zu ungestüm, den Worten des Weisen aus dem fernen Land des langen Winters zu folgen, der ihnen Rat und Anleitung angediehen ließ. Und so kam es, dass sie oft bis zur Hälfte des Spieles auf Augenhöhe mithielten oder sogar dominierten, dann aber die Kräfte versagten und sie das Schicksal ereilte, wie weiland die Nibelungen an König Etzels Hof: es ging nicht gut aus…. Und so wurden die Berlin Blues zum freigiebigsten Team der U13 – im letzten Drittel verschenkten sie so manches Match.

Am 24. März im Jahre des Herrn 2019 trafen sie nun auf den ECC Preussen, gleichfalls aus dem Westen der großen Stadt stammend. Die Blues begannen stürmisch und es düngte manchen Betrachter, dass sie trotz des zwischenzeitlichen Ausgleichs mit wütender Wucht über ihre Gegner kömmen würden, sie zu schlagen und das Herzogtum P09 zu übernehmen. Zur Mitte des zweiten Drittels hätte es eigentlich 6:2 für die Blues stehen müssen, so sehr waren sie überlegen. Aber Oh weh! statt ihre Stärke im Zusammenspiel zu nutzen, einen ordentlichen Vorsprung herauszuspielen, versuchte jeder auf eigene Faust sein Glück. Warum man aus der Ecke auf Höhe der Torlinie nicht vors Tor passt, sondern mannigfaltiglich einfach aufs Tor raufdrischt, weiß sicher nur die böse Hexe hinter den sieben Bergen, die die Blues wieder einmal mit Ihrem heimtückischen „ich-baller-drauf-egal-ob-die-anderen-viel-besser-stehen-Fluch“ belegt hatte und so die Saat des heldenhaften, doch gleichwohl betrüblichen Unterganges gepflanzt hatte.

Ab Mitte des zweiten Drittels ließen die Kräfte spürbar nach, die Preussen konnten ihre altersbedingte körperliche Überlegenheit voll ausspielen und obgleich auf den Rängen so manch anfeuernder Elbe zum Ork mutierte und selbst die holden Maiden aus dem fernen Russland in der Hitze des Gefechts anfeuernd ihre Stimmen erhoben wie der Drache Fafnir, es nützte nichts und die Blues verschenkten mit 5:8 ein weiteres Spiel. So lange sie nicht den Fluch der bösen Hexe brechen, werden sie wohl weiter die freigiebigste Mannschaft bleiben.

Dank an alle Unterstützer, Vladi fürs coachen und Veit als Sani (hoffentlich in der nächsten Saison wieder).

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